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Häufige Fragen (Frequently Asked Questions)

Diese Seite beantwortet die meisten häufigen Fragen, die im Zusammenhang mit Praktika gestellt werden.

Übersicht aller Fragen

Anworten auf die Fragen

Warum Praktika absolvieren?

Ein Praktikum bei einem potentiellen Arbeitgeber kann verschiedenen Zielen dienen:

  1. Orientierung: Sie sollen in qualifizierter praktischer Mitarbeit ihre beruflichen Fähigkeiten und Neigungen realistisch kennen lernen.
  2. Qualifizierung: Sie sollen erste praktische Erfahrungen in einem Tätigkeitsbereich sammeln, in dem Sie sich einen späteren beruflichen Einstieg vorstellen können.
  3. Kontakte: Sie sollen sich potentiellen Arbeitgebern als gute Arbeitskraft präsentieren, auf die man später bei Stellenbesetzungen zurückkommt.
  4. Positive Impulse für das Fachstudium: Nach der Konfrontation mit der Praxis werden Sie neue Studienschwerpunkte setzen, andere Arbeitsmethoden importieren, auch Ihre Studienmotivation wird wachsen.

Praktika gehören inzwischen zum normalen Bestandteil eines Universitätsstudiums (auch wenn Praktika in den wenigsten universitären Studiengängen vorgeschrieben sind). Durchschnittlich absolvieren Studierende in Deutschland im Laufe ihres Studiums 3,2 Praktika. Wer im Lebenslauf keine Praktika vorzuweisen hat, fällt bei Bewerbungen auf und wird wahrscheinlich nach den Gründen gefragt werden. Viele Arbeitgeber stellen bevorzugt Berufsanfänger ein, die sie in einem Praktikum bereits kennen gelernt haben: Ungefähr ein Drittel der Absolventen finden ihren ersten beruflichen Einstieg über Kontakte, die sie in einem Praktikum gesammelt haben.

Das Praktikum ist vor allem dann ein Königsweg zum Job, wenn Sie einen problematischen Lebenslauf präsentieren müssen (z.B. ein sehr langes Studium, Studienabbruch, oder ein Fach, das landläufig als praxisfern gilt), was bei Papier-Bewerbungen sehr nachteilig sein kann. In einem Praktikum hingegen können Sie durch Ihr Auftreten und Ihre Leistung persönlich überzeugen und scheinbar problematische Aspekte verlieren an Gewicht.

 

Wie viele Praktika sollte ich im Laufe des Studiums absolvieren?

Drei bis vier genügen. Falls Sie einen Umstieg in fachfremde Tätigkeiten vorhaben (das sollten vor allem Geistes- und Sozialwissenschaftler in Erwägung ziehen), sollte darunter ein Praktikum sein, in dem kein Bezug zum Fachstudium besteht (z.B. in Marketing und Vertrieb, Logistik, Personalwesen usw.). Damit dokumentieren Sie, dass Sie flexibel und zu beruflichen Alternativen bereit sind! Auch ein Auslandspraktikum zeugt von Flexibilität und Offenheit.

Vorsicht vor zu vielen Praktika! Ein Personaler könnte denken: "Da war jemand bei so vielen Firmen und nirgends ist er hängen geblieben, was stimmt bei dem nicht ...?". Auch der Eindruck "Der weiß nicht, was er will, ..." könnte entstehen. Wenigere, aber dafür qualifizierte Praktika machen sich im Lebenslauf meistens besser.

 

Wann und wie lange Praktika absolvieren?

Praktika sollten Sie möglichst in den Semesterferien absolvieren. Zwei Monate ist ein Mindestzeitraum, da Sie sonst nicht damit rechnen können qualifizierte Aufgaben übertragen zu bekommen (für die Firma rechnet sich dann Einarbeitung und Betreuung eines Praktikanten nicht im Verhältnis zu seiner späteren produktiven Leistung). Wenn ein Praktikum länger dauert, können die Tätigkeiten interessanter und anspruchsvoller werden. Vorsicht aber bei Praktika, die länger als ein dreiviertel Jahr dauern sollen. Hier könnte es sein, dass Sie als Ersatz für ausgefallene Dauerarbeitskräfte eingesetzt werden und das Lernen darunter leidet.

Es macht Sinn, zu Beginn des Studiums zunächst ein Praktikum zu Orientierungszwecken zu absolvieren, also ein Praktikum in Branchen und Tätigkeitsbereichen, die möglichst auch außerhalb der bisherigen Erfahrungen und Wünsche liegen (Studierende der Naturwissenschaften oder der Geisteswissenschaften beispielsweise in einem kaufmännischen Bereich wie Marketing, Logistik usw.). Dabei erfährt man am meisten über sich und seine vielleicht noch ungeahnten Fähigkeiten und Neigungen. Irgendwann im Laufe des Studiums, wenn sich konkrete berufliche Ziele herauskristallisiert haben, sollte ein Praktikum in einem speziellen beruflich anvisierten Bereich stattfinden, auf den Sie sich dann auch durch Aneignung von Zusatzqualifikationen vorbereitet haben sollten (z.B. in den Praxisprogrammen von Student und Arbeitsmarkt). Praktika nicht zu sehr am Ende des Studiums ansiedeln. Erstens kollidieren sie dann mit den Examensvorbereitungen, vor allem aber können Sie dann nicht die Impulse umsetzen, die von Arbeitswelterfahrungen für das Studium ausgehen. Praktika nach dem Examen sollten nur in Ausnahmefällen absolviert werden (siehe Frage Praktika nach dem Examen?).

 

Wie finde ich einen geeigneten Praktikumsplatz?

  • Praktikumsplätze werden oft auf den Internetseiten der Firmen angeboten
  • Praktikumsbörse im Internet
  • Aushänge von Student und Arbeitsmarkt im Schaukasten Ludwigstr. 27 und auf unserer Hompage mit Praktikumsbörse für Praktika im Inland und Ausland.
  • Zeitungsanzeigen

Berücksichtigen Sie, dass sich bei großen bekannten Firmen viele andere Studierende bewerben. Besondere Chancen liegen abseits der bekannten Namen und außerhalb der Universitätsorte, vor allem bei den vielen kleinen und mittelgroßen Firmen. Alle stellen Praktikanten ein! Warum nicht ein Praktikum in Ihrem Elternwohnort machen, dort hätten Sie auch gleich die Unterkunft.

Die Rolle von Protektion sollte nicht überschätzt werden. Stellen Sie sich vor, Sie kommen mit Protektion "von oben" in eine Abteilung, die Sie nicht ausgesucht hat und vielleicht momentan überhaupt keinen Praktikanten braucht. Sie werden vermutlich kein erfolgreiches Praktikum haben! Setzen Sie vielmehr auf eine gute Bewerbung, bringen Sie Zusatzqualifikationen mit, so dass man in einer Abteilung des Unternehmens zur Überzeugung kommt, dass man Sie braucht.

 

Gibt es "gute" und "schlechte" Branchen, Firmen, Tätigkeiten?

Zu dieser Frage herrschen bei vielen Studierenden unrealistische Vorstellungen. Viele denken, dass ein Praktikum in einer Unternehmensberatung, in einem Theater, bei einem Privatsender, in einer Werbeagentur, bei einer bekannten Tageszeitung oder bei einer namhaften Firma ein besonders interessantes Praktikum bedeutet. Bedenken Sie, dass jede Arbeit - auch die im Praktikum - zum überwiegenden Teil aus alltäglicher Büroroutine besteht, die in allen Firmen und Branchen ähnlich ist. Das Kennenlernen dieser alltäglichen Tätigkeiten und damit verbundenen Anforderungen ist auch ein wichtiges Ziel eines Praktikums.

Beliebte, als interessant geltende Branchen und Unternehmen haben einen entscheidenden Nachteil: Es werden sich auch viele andere Studierende dort bewerben. Entsprechend groß ist die Konkurrenz und oft leiden darunter Bezahlung und Betreuung.

Tendenziell kann gesagt werden, dass kleinere Unternehmen dem Praktikanten einen breiteren Tätigkeitsbereich bieten, während in einer Abteilung eines größeren Unternehmens spezialisiertere Tätigkeiten überwiegen.

 

Wo kann ich mich über Arbeitgeber informieren?

Vor allem im Internet. Gerade die großen Unternehmen besitzen eigene Praktikantenprogramme. In den Praktikumsberichten bei Student und Arbeitsmarkt finden Sie Insiderinformationen ehemaliger Praktikanten.

 

Wo finde ich ausgeschriebene Praktika?

  • Vor allem in zahlreichen Internetbörsen, die aber unterschiedliche Aktualität und Qualität besitzen. Die Arbeitsagentur München hat eine kommentierte Liste,
  • auf der Internetseite von Student und Arbeitsmarkt, mit Praktikumsangeboten im Inland und Ausland,
  • auf den Internetseiten von Firmen. Die meisten großen Unternehmen besitzen eigene Praktikantenprogramme mit genauen Angaben dazu,
  • den Arbeitsagenturen,
  • in der Presse (Stellenteil, Hochschulseiten, auch Hochschulbeilagen), aber nur noch ein kleiner Teil der Praktika werden in Printmedien veröffentlicht.

 

Wie bewerbe ich mich?

Es gibt zwei Wege: Sie können sich auf eine Anzeige eines Arbeitgebers bewerben oder blind, sozusagen "auf Verdacht", ohne dass ein Arbeitgeber ein bestimmtes Praktikum angeboten hat.

Ausgeschriebene Praktika werden Sie am häufigsten im Internet finden (siehe Frage Wo finde ich ausgeschriebene Praktika?), wobei meist eine Eingabemaske angefügt ist.

Da das Praktikum in Deutschland eine feste Institution ist und die meisten Unternehmen Praktikanten prinzipiell einstellen, sind Blindbewerbungen aussichtsreich. Blindbewerbungen können schriftlich oder per Mail erfolgen.

Wenn Sie sich blind bewerben, finden Sie zuerst Informationen über die Firma und den Ansprechpartner (Internet), damit Sie Ihre Bewerbung gezielt versenden können. Dabei sollten Sie aber bei Zeitraum wie Tätigkeit nicht zu festgelegt sein, denn bei einer Blindbewerbung ist unsicher, ob ein Unternehmen zu dem von Ihnen gewünschten Zeitpunkt gerade jemanden braucht und für welche Tätigkeit. Selbst wenn Sie bei einer Blindbewerbung eine Absage erhalten, legen die Unternehmen interessante Bewerbungen zurück und kommen im Falle des Bedarfs auf Sie zurück.

Die Bewerbung besteht aus Anschreiben, Lebenslauf und einschlägigen Zeugnissen. Das Anschreiben sollte unbedingt kurz sein, maximal eine Seite! Niemand in Unternehmen hat heute Zeit, sich längeren Texten zu widmen. Schreiben Sie, welche Tätigkeiten Sie interessieren und warum Sie dafür geeignet sind (Motivation, Qualifikation, Erfahrungen). Streuen Sie dabei nicht zu breit, sonst kann der Eindruck entstehen, Sie wüssten nicht, was Sie wollen. Lesen Sie den Ausschreibungstext genau und machen Sie auf vorhandene einzelne, für eine Tätigkeit wichtige Qualifikationen aufmerksam. Gut wäre es, wenn Sie im Anschreiben zu erkennen geben, dass Sie sich über die Firma informiert haben. (z.B.: "Für den von Ihnen geplanten Ausbau der Ersatzteillogistik in Polen bringe ich polnische Sprachkenntnisse mit und Landeserfahrungen aus zahlreichen Reisen dorthin ..."). Bauen Sie dem Empfänger Ihres Schreibens Brücken, wenn Studienrichtung und Tätigkeitsfelder in einem fachlichen Zusammenhang stehen (z.B. dass Sie zur Vorbereitung auf das Praktikum Kurse von Student und Arbeitsmarkt besucht haben). Das Bewerbungsschreiben sollte so verfasst sein, dass beim Empfänger Interesse an Ihrer Person geweckt wird und Sie aus dem Stapel der Bewerber in Erinnerung bleiben. Bedenken Sie, dass die Bewerbung als eine Art erste Arbeitsprobe gelesen wird.

Wann sollten Sie sich bewerben? Bei großen Firmen etwa sechs Monate vorher (dort wandert Ihre Bewerbung zuerst durch die Fachabteilungen, in denen Sie während des Praktikums arbeiten); in kleinen Firmen geht es bedeutend schneller. Tipp: Kurz vor Semesterferien kommt es häufig zu "Last Minute"-Praktikumsangeboten, weil Firmen keine geeigneten Bewerber gefunden haben. Wer so flexibel ist, ein Praktikum kurzfristig anzutreten, wird hier besonders gute Chancen vorfinden, auch in der Frage der Vergütung.

Wenn Sie nach der schriftlichen Bewerbung in die engere Auswahl kommen erfolgt in der Regel ein persönliches Gespräch in der Firma, das etwa eine Stunde dauert. Bei den meisten Unternehmen treffen Personalabteilung und Fachabteilung (d.h. die Abteilung, in der Sie arbeiten) die Entscheidung gemeinsam.

Der Erfolg Ihrer Bewerbung hängt entscheidend von der formalen wie inhaltlichen Qualität ab, denn Sie bewerben sich unter Konkurrenz! Sehr empfehlenswert ist daher ein Bewerbungstraining, zumindest die Lektüre der zahlreichen Bewerbungsratgeber in Buchform.

Im Internet finden Sie viele Bewerbungsanleitungen unter www.google.de "Bewerbung".

Einen knappen Bewerbungsleitfaden bietet der Fischer-Leitfaden (PDF, 82 KByte).

Einen kostenlosen Bewerbungsmappencheck können Sie ohne Voranmeldung vom Hochschulteam der Arbeitsagentur vornehmen lassen.

 

Was, wenn keine Antwort auf meine Bewerbung kommt?

Vier Wochen nach Versand der Bewerbung sollten Sie sich telefonisch erkundigen, ob diese eingegangen ist und ob vielleicht schon eine Entscheidung gefallen ist.

 

Wie viel Geld kann ich in einem Praktikum erwarten?

Ein Praktikumsgehalt bewegt sich in der Regel bis zu 400,- € (Werkstudentengehälter liegen deutlich darüber). 400,- € ist eine Grenze, weil dann keine Sozialabgaben durch den Praktikanten bezahlt werden müssen. Die Arbeitsmarktlage hat es mit sich gebracht, dass immer mehr unbezahlte Praktika angeboten werden, vor allem in Bereichen, die sehr beliebt sind, wie z.B. in den Medien, in der Werbung u.a.

Wenn Sie zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen werden und den Eindruck erhalten, dass man von Ihnen überzeugt ist, können Sie versuchen, die Frage des Praktikantengehaltes anzuschneiden. Auf keinen Fall schon zu Gesprächsbeginn, das würde ein schlechtes Licht auf Ihre Motivation werfen! Man kann auch weitere Unterstützungen wie Fahrgeld, Essenszuschüsse u.a. ansprechen, viele Firmen besitzen solche Angebote. Der Betriebs- oder Personalrat weiß hier Genaueres.

Wenn man Ihnen für ein Praktikum mehr als 1.000,- € bieten sollte, ist Vorsicht geboten. Oft sind damit sehr spezielle produktive Tätigkeiten verbunden, die Sie nach rascher Einarbeitung verrichten sollen. Der Lerngewinn würde darunter leiden.

 

Wie sieht ein Praktikumsvertrag aus und was muss ich beachten?

Mögliche Einzelregelungen und Formulierungen finden Sie in unserem Mustervertrag für Praktika (DOC, 25 KByte). Ein grundlegendes Problem liegt darin, dass sich für den Arbeitgeber unvorhersagbar Dinge ändern können - Aufträge kommen plötzlich hinzu, Mitarbeiter werden krank, usw.

Die Geschäftsgrundlage der Praktikumsvereinbarung hat sich damit verändert und führt zu Abweichungen vom Praktikumsplan und von den ausgemachten Tätigkeiten. Ein Insistieren auf den im Praktikumsvertrag ausgehandelten Details mithilfe des Rechtsweges ist rechtlich wenig aussichtsreich und würde dem Praktikanten selbst bei Erfolg nur begrenzt nutzen. Er will ja einen Gewinn aus dem bestehenden Praktikum davontragen. Daher ist es bei Abweichungen vom Praktikumsvertrag meistens sinnvoller, flexibel zu sein und aus der neuen Lage möglichst viel "herauszuholen", etwa durch Aushandeln anderer höherqualifizierter Tätigkeiten (siehe Frage Was tun, wenn ein Praktikum in die Vorlesungszeit hineingeht?). Anders liegen die Dinge, wenn sich herausstellt, dass Arbeitgeber Sie in voller Absicht als Praktikant eingestellt haben, um Sie dann als billige Arbeitskraft für nicht ausgemachte unqualifizierte Tätigkeiten heranzuziehen (siehe auch Frage Praktika nach dem Examen?).

 

Welche Probleme können im Laufe eines Praktikums auftreten?

  • Überforderung z.B. durch Urlaubsvertretung, auf die unzulänglich vorbereitet wurde,
  • Unterforderung wie z.B. unqualifizierte Beschäftigung auf Dauer wie Datenbank füttern, kopieren usw.,
  • schlechtes Betriebsklima, Mobbing,
  • schlechte Einweisung,
  • Überstunden.

Lesen Sie dazu die Praktikumsberichte der Absolventen von Student und Arbeitsmarkt!

Falls es zu Problemen kommt, sollten Sie das Gespräch mit Ihrem Vorgesetzten suchen. Überlegen Sie sich dazu schon vorher Vorschläge zur Abhilfe (z.B. im Falle der Unterforderung "Könnte ich nicht zu Kundengesprächen mitgehen?"). Lassen Sie aber vorher eine gewisse Zeit ins Land gehen.

 

Unter welchen Bedingungen kann ich mein Praktikum abbrechen?

Wenn sich der Arbeitgeber nicht an die zugesagten Abmachungen hält, z.B.:

  • wenn die tatsächlich ausgeführten Tätigkeiten überwiegend unqualifiziert sind, vor allem dann, wenn qualifizierte Tätigkeiten in einem bestimmten Umfang zugesagt waren,
  • wenn sich das Betriebsklima als unerträglich herausstellt,
  • wenn gesundheitliche Probleme auftauchen.

Rechtliche Seite des Abbruchs:

Es ist die Kündigungsfrist einzuhalten, entweder wird diese einzelvertraglich vereinbart oder es gilt die gesetzliche Kündigungsfrist (§ 622 BGB).

 

Was ist beim Praktikumszeugnis zu beachten?

Im Praktikumszeugnis muss neben Angaben zu Ihrer Person der Zeitraum des Praktikums stehen, die Abteilung, in der das Praktikum stattgefunden hat sowie Ihr Aufgabenbereich. Sie sollten möglichst ein "qualifiziertes" Zeugnis verlangen und bereits im Vertrag vereinbaren. Ein qualifiziertes Zeugnis enthält über die bloße Feststellung der oben genannten Tatsachen eine Beurteilung, wie Sie die Aufgaben verrichtet haben. Streben Sie die Formulierung an "..hat die ihm aufgetragenen Aufgaben stets zur vollsten Zufriedenheit verrichtet". Alle anderen Formulierungen werden häufig als versteckte Kritik ausgelegt, selbst wenn sie gut klingen (z.B. "Hat seine Aufgaben gut verrichtet"). Außerdem sollte die Beurteilung etwas über ihre Persönlichkeit und über Ihre Schlüsselqualifikationen enthalten, z.B.: "... wurde von Vorgesetzten und Kollegen gleichermaßen geschätzt. Im Publikumsverkehr zeichnete sie sich durch ihre sehr guten kommunikativen Fähigkeiten und durch gutes Auftreten aus".

Sie haben ein Recht auf ein Praktikumzeugnis. Manchmal scheuen Unternehmen die Mühen, ein qualifiziertes Zeugnis auszustellen. Tipp: Bieten Sie einen Formulierungsvorschlag an! So haben Sie die Möglichkeit, solche Fähigkeiten zu thematisieren, die Sie für Ihre beruflichen Pläne brauchen (z.B. "Herr ... zeichnete sich durch gute konzeptionelle Fähigkeiten und durch Ideenreichtum aus). Achtung: Unter Personalleitern hat sich zum Teil eine Art "Geheimsprache" verbreitet (z.B.: "Er verstand sich mit allen Kollegen aufs Beste..." kann gelesen werden als "Er hat mehr mit Kollegen geratscht als gearbeitet ..."). Infos finden Sie in: "Zeugnisse lesen und verstehen" Heinz-G. Dachroth, Bund Verlag.

Arbeitsrechtlich gesehen darf das Praktikumszeugnis Ihrem beruflichen Weiterkommen nicht schaden. Notfalls sollten Sie arbeitsgerichtliche Schritte einleiten, wenn ein Zeugnis Sie benachteiligen würde. Ihre arbeitsgerichtlichen Chancen stehen hier nicht schlecht, die meisten Unternehmen werden eine gerichtliche Auseinandersetzung um solche Fälle scheuen.

 

Was tun, wenn ein Praktikum in die Vorlesungszeit hineingeht?

Wenn ein Praktikum mehr als die Hälfte der Vorlesungszeit eines Semesters in Anspruch nimmt und somit nicht in den Ferien absolviert werden kann, gibt es die Möglichkeit, sich für ein freiwilliges Praktikum innerhalb der Regelstudienzeit für ein Semester beurlauben zu lassen. Student und Arbeitsmarkt begutachtet Ihren Beurlaubungswunsch, falls es sich um ein studienfachfremdes Praktikum handelt. Die Studentenkanzlei gibt dann in der Regel die Beurlaubung. Falls es ein fachnahes Praktikum ist, stellt Ihr Fachstudienberater dieses Gutachten aus.

Für Studenten der BWL wird nur eine Beurlaubung genehmigt, wenn das Praktikum im Ausland absolviert wird und das Praktikum wenigstens 2/3 der Vorlesungszeit dauert.

 

Welche steuerlichen und sozialversicherungsrechtlichen Fragen muss ich beachten?

Wenn Sie ein Pflichtpraktikum machen, das im Rahmen der Studienordnung vorgeschrieben ist, dann brauchen Sie keine Sozialabgaben zu zahlen, egal wie hoch das Praktikumsgehalt ist.

Wenn Sie ein freiwilliges Praktikum machen, dann gelten für Sie die Abgabenregeln wie für alle Arbeitnehmer, d.h. Sie zahlen Renten-, Krankenkassen-, Pflegeversicherungs- und Arbeitslosenversicherungsbeiträge.

Versicherungsbeiträge müssen nicht bezahlt werden, wenn eine Beschäftigung nur in den Semesterferien ausgeübt wird und jährlich auf höchstens zwei Monate befristet ist (50 Tage), und wenn während des Semesters nicht mehr als 20 Wochenstunden gearbeitet wird. Es sind jedoch Steuern abzuführen, wozu Sie sich eine Lohnsteuerkarte besorgen müssen.

Achtung: den Studentenstatus zu ermäßigten Gebühren in der gesetzlichen Krankenversicherung verliert der/diejenige, der/die mehr arbeitet als bei den o.g. Beschäftigungsgrenzen angegeben.

Wenn das Monatsgehalt unter 400,- € liegt, handelt es sich um einen "Minijob". Dann sind nicht Sie für die Entrichtung der Abgaben zuständig, sondern der Arbeitgeber alleine. Er zahlt 11% Krankenversicherungs-, 12 % Rentenversicherungsbeitrag und 2 % Lohnsteuer.

7.664,- € können im Jahr steuerfrei verdient werden. Wenn Steuern eingezahlt wurden können diese über den Lohnsteuerjahresausgleich erstattet werden.

 

Praktika im Ausland: Warum, wie beschaffen und finanzieren?

Auslandserfahrungen besitzen bei Arbeitgebern einen hohen Stellenwert, weil viele Unternehmen, vor allem im produzierenden Bereich, exportorientiert sind. Wer im Lebenslauf Auslandsarbeitsaufenthalte vorweisen kann, signalisiert damit Mobilitätsbereitschaft, Mut und Pioniergeist sowie interkulturelle und sprachliche Erfahrungen. Mit einem Praktikum in Osteuropa beispielsweise können Sie heute geradezu Pioniergeist unter Beweis stellen! Mittelfristig ist auch zu beachten, dass der europäische Arbeitsmarkt zusammenwächst und Jobchancen zunehmend auch im Ausland zu finden sind, was entsprechende Erfahrungen voraussetzt.

Tipp: Wenn Sie ein Praktikum in einer Firma in Deutschland gemacht haben, ist es in der Regel leichter, ein Praktikum in Niederlassungen oder bei Partnerfirmen im Ausland zu bekommen. Sie können sich Referenzen geben lassen.

Listen von Firmen, die mit bestimmten Ländern Geschäftsbeziehungen unterhalten, finden Sie bei Student und Arbeitsmarkt.

Näheres zu Vermittlungshilfen, Stipendien und Problemen unter Auslandspraktika.

 

Was muss ich als ausländischer Studierender beachten?

 

Praktika nach dem Examen?

Mit der Schlagzeile "Generation Praktikum" wird in den Medien die Tatsache diskutiert, dass einige Firmen Absolventen als Praktikanten einstellen und als billige Arbeitskraft produktiv arbeiten lassen. Oft stellen sie bei Bewährung einen festen Vertrag in Aussicht. Wie verbreitet solche Scheinpraktika sind, weiß derzeit niemand genau. Vermutlich häufen sie sich in Branchen wie Werbung und privaten Medien, bei Rechtsanwälten, Architekturbüros oder Unternehmensberatungen - also bei Unternehmen, bei denen sich viele Absolventen bewerben.

Ob man nach dem Examen überhaupt noch Praktika machen sollte, sollte sich jeder gut überlegen. Wenn Sie bereits während des Studiums mehrere Praktika gemacht haben, könnten weitere Praktika im Lebenslauf nach dem Examen bei Personalern die für Sie kritische Frage aufkommen lassen "... er hat so viele Praktika gemacht, warum ist er nirgendwo hängen geblieben, was stimmt bei dem nicht ...?". Vor allem, wenn man Ihnen sagt, dass man Sie in einem Praktikum besser kennenlernen will, liegt der Verdacht nahe, dass man Sie ausnutzen will. Ein Arbeitgeber hat bei einem Vertrag während der Probezeit ein halbes Jahr Zeit, einen Bewerber zu testen und gegebenenfalls zu kündigen, dazu braucht er kein Praktikum. Es gibt einen weiteren Gesichtspunkt, den Sie beachten sollten: Wenn Sie bei einem Arbeitgeber ein Praktikum gemacht haben, mithin ein Arbeitsverhältnis hatten, müsste ein späterer befristeter Vertrag bei diesem Arbeitgeber inhaltlich begründet werden. Das scheuen manche Personaler (obwohl Begründungen leicht konstruiert werden können) und bevorzugen die Einstellung von Bewerbern, bei denen sie kein Risiko sehen. Mehr zu dieser Befristungsgesetzproblematik.

Wenn Sie im Zweifel sind, ob es sich bei einem Praktikum nach dem Examen um eine solche "Mogelpackung" handelt: Kontaktieren Sie www.karriere.de/fair-company, eine Initiative von inzwischen fast 300 Firmen, die sich verpflichtet haben, solche Formen des Praktikummissbrauchs zu vermeiden. Außerdem finden Sie entsprechende Informationen auf der Internetseite von Fairwork, einer Initiative von Hochschulabsolventen.

Auch der Deutsche Gewerkschaftsbund bietet unter www.students-at-work.de Beratungsmöglichkeiten.

Es gibt Möglichkeiten, um Arbeitslosigkeit im Anschluss an das Examen anders zu Überbrücken als durch ein schlecht bezahltes und vielleicht sogar schädliches Praktikum: beispielsweise die besser bezahlte und sozialversicherte Arbeit bei einer Zeitarbeitsfirma, die den Vorteil hat, dass Sie in vielen Arbeitsstellen herumkommen und dann bei einem Arbeitgeber eine feste Anstellung bekommen. Der sogenannte "Klebeeffekt" ist bei Zeitarbeitsfirmen, die sich auf Akademiker spezialisiert haben, relativ groß.

 

Was ist ein Praktikum im Unterschied zu einem Trainee, einem Volontariat, einer Hospitanz, einer Werkstudententätigkeit?• Was ist ein Praktikum im Unterschied zu einem Trainee, einem Volontariat, einer Hospitanz, einer Werkstudententätigkeit?

In der Regel versteht man unter einem Praktikum die Mitarbeit in einem Betrieb für eine bestimmte Zeit, um beispielsweise an einem Projekt für 2 oder 3 Monate mitzuarbeiten. Das Praktikum findet dabei meist in der vorlesungsfreien Zeit statt und ist gering bezahlt oder unentgeltlich. Die Mitarbeit des Studenten geschieht dabei meist in Vollzeit, also 40 Stunden pro Woche. Hin und wieder kann man auch in verschiedene Abteilungen während des Praktikums Einblick erlangen, da am Projekt mehrere Teilbereiche des Betriebs beteiligt sind.

Als Werkstudent dagegen ist man in der Regel Mitarbeiter in einem bestimmten Team eines Unternehmens während des Studiums, sozusagen als Hilfskraft bei deren Tätigkeiten. Dabei steht neben dem Erwerb von Arbeitserfahrung das Geldverdienen im Vordergrund. Zum Beispiel ist eine klassische Werkstudententätigkeit das Sortieren bzw. die Ablage von Unterlagen. Als Werkstudent arbeitet man manchmal über etliche Monate – vielleicht sogar Jahre – neben dem Studium in einem Betrieb. Dabei darf die Arbeitszeit während der Vorlesungszeit 20 Stunden pro Woche nicht überschreiten. In der vorlesungsfreien Zeit kann auch mehr gearbeitet werden. Grundsätzlich sollte bei einem Werkstudentenjob eine fachliche Nähe zum Studium bestehen. Hieraus kann sich dann auch die Möglichkeit ergeben, in Zusammenarbeit mit dem Betrieb eine Abschlussarbeit zu erstellen.

Unter einem Volontariat versteht man in der Regel die zeitlich befristete Mitarbeit im Bereich Journalismus/Redaktionen über meist zwei Jahre. Dies ist eine der Einstiegsmöglichkeiten in diese Arbeitsbereiche nach Abschluss des Studiums.

Eine weitere Einstiegsmöglichkeit ist das sogenannte Traineeprogramm. Hier arbeitet ein Studienabsolvent in einem Unternehmen für eine zeitlich festgelegte Dauer (meist ein oder zwei Jahre) mit. Der Trainee durchläuft dabei ein vorab festgelegtes Programm, wodurch ihm in den verschiedenen Abteilungen des Unternehmens Einblicke in die dortigen Abläufe ermöglicht werden. Ziel dabei ist, den Absolventen so in allen Bereichen des Betriebs zu schulen um ihn danach im Unternehmen qualifizierter übernehmen zu können.

 

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